Plattentipps
Jeden Monat neu – die persönlichen Highlights von Markus, Tom und Holger. Holger empfiehlt
VISION STRING QUARTET - In the Fields
Heute gibt es einmal etwas anderes zu lesen, bzw. zu hören. Gemeint ist das vision string quartet, das jetzt sein Debüt auf dem Label ACT gegeben hat. Das Album heißt „In the Fields“ und vereint klassisches Streichquartett-Repertoire mit Jazz und Folk. Heraus kommt ein spannendes Album, das durch die wundervollen Mitstreiter des Quartetts, Joel Lyssarides (Piano), Mahan Mirarab (Gitarre) und Bernhard Schimpelsberger (Percussion), an Tiefe und Weite gewinnt.Das musikalische Gerüst des Albums ist das vierte Streichquartett von Bela Bartok, dessen Sätze sich als roter Faden durch das Album ziehen. Um diesen Faden reihen sich Eigenkompositionen und klassische Stücke und bilden so ein facettenreiches Ganzes. Das Quartett lebt mit seinen Mitmusikern die Vision von einer „scheuklappenfreien“ Musik und das ist sehr spannend zu entdecken.
Markus empfiehlt
YOUNG GUN, SILVER FOX - Live from Toubadour and Paradiso
Jedem, der aufmerksam unsere Tipps in den Plattenladen-Newslettern liest, dürfte aufgefallen sein, dass ich einen „süßen Zahn“ für Yacht-Rock, Westcoast Sound und guten Soul-Funk habe. Dabei haben sich besonders Young Gun Silver Fox hervorgetan, deren Alben ich mehrfach gelobt habe. Nun gibt es endlich ein Live Album, das Andy Platts (Young Gun) und Shawn Lee (Silver Fox) im Rahmen ihrer letztjährigen Tournee anlässlich des „Pleasure“-Albums in den ehrwürdigen Clubs Troubadour in Los Angeles und Paradiso in Amsterdam aufgenommen haben. Während die Studioalben ganz im Geiste Steely Dans, brillant und akribisch produziert sind, kommt live eine coole Lässigkeit hinzu die ganz viel Raum für großartige Improvisationen lässt. Mit dabei sind Klassiker wie „Rolling Back“ oder das herrliche „Stevie & Sly“ vom letzten Album „Pleasure". Man hört das Album und spürt die schweißtreibenden Grooves und die grandiose Stimmung in zwei der berühmtesten Musik-clubs und - das Album hilft die kalten Tage etwas aufzuheizen.
Tom empfiehlt
DIE STERNE - Wenn es Liebe ist
Die Sterne sind jetzt auch schon seit über 30 Jahren dabei und auch wenn (oder vielleicht auch gerade weil) von der Urbesetzung „nur“ noch Sänger, Texter und Fixstern Frank Spilker dabei ist, sind sie immer für eine Überraschung gut. Dabei haben sie nichts gemacht, außer weiter. Auf dem inzwischen vierzehnten Album „Wenn es Liebe ist“ zeigen die Sterne die Qualitäten für die sie von ihren Fans geliebt werden. Opener „Ich nehm das Amt nicht an“ sprechsingt Spilker zum rotzigen Gitarrenriff, „GNZRZND“ krautet die Band in bester „Neu!“ Manier und der Titeltrack ist ein Instant-Sterne-Banger, der sich umgehend zwischen den Synapsen einnistet, wo man ihn eine ganze Weile nicht mehr los wird. Absolutes Novum im Sterne-Kosmos ist, dass der Sänger bei „Open Water“ das Mikrophon der Keyboarderin Dyan Valdés für eine englischsprachige Spoken Word Performance überlässt. Textlich waren die Sterne sowieso immer über alle Zweifel erhaben. Dass sich „Open Water“ da qualitativ auf gleicher Ebene einordnet, ist erstaunlich und beeindruckend.Zu monieren hätte ich eigentlich nur, dass sie auf der aktuellen Tour nicht wie sonst auch einen Halt in Freiburg machen. Aber um die Sterne selber zu zitieren: „Wenn es Liebe ist, will ich mal nix gesagt haben“
